ViveLaCar: Das Airbnb für Autos

Glauben an den Erfolg von Auto-Abos: Florine von Caprivi und Stephan Lützenkirchen Foto: ViveLaCar/Marcus Krüger

Alles ist in Bewegung. Das gilt besonders für die Mobilität. Auf diesen Zug ist nun das Stuttgarter Start-up ViveLaCar aufgesprungen und bietet eine neue Branchenlösung sowohl für Händler als auch Privatleute an. Jetzt hat sich die innovative Plattform für Autos-Abos in Hamburg vorgestellt.

Start-up setzt auf Auto-Abos, 46 Prozent nutzen bereits Abo-Modelle wie Spotify oder Netflix

„Easy, schnell und flexibel zum eigenen Auto“, soll die Devise lauten. PR-Manager Stephan Lützenkirchen: „Wir sind das Airbnb für Autos. 46 Prozent der Deutschen nutzen bereits Abo-Modelle wie Spotify oder Netflix. Der Autokauf hat aber den Charme eines Gummibaums, ist im Mindset der 1980er Jahre stehen geblieben.“ Trotzdem können sich 82 Prozent hierzulande ein Leben ohne eigenes Auto nicht vorstellen, obwohl bei den Autofahrern Vertrauensverlust und Verunsicherung zu nehmen. Abgas-Skandal, Fahrverbote, Klima-Debatte und Mobilitätswandel sind nur einige Gründe.

„Autokauf ist im Mindset der 1980er-Jahre stehen geblieben, Fahrzeugbindung viel zu lang“

Dieser negativen Entwicklung will ViveLaCar entgegensteuern. Mitgründerin Florine von Caprivi: „Der Autohandel erstickt im Papierkrieg. Allein bei Kauf und Finanzierung sind bis zu zehn Vertragsunterschriften zu leisten. Zudem ist die Fahrzeug-Bindung viel zu lang.“ Selbst Leasing ist unter 36 Monaten kaum möglich. Da sind die Vorzüge eines Auto-Abos à la ViveLaCar schnell erklärt. Lützenkirchen: „Ich nutze ein Auto, besitze es aber nur für einen bestimmten Zeitraum“. Vorteile: Alles ist aus einer Hand, flexible Laufzeiten, Verfügbarkeit innerhalb von zehn Tagen. Weiterer Anreiz: Beim „ersten Rendezvous“ können die Abonnenten Marke, Modell und Technik ausführlich und alltagsgerecht erleben.

Win-Win-Situation für Autohändler, Flotten- und Privatkunden

Der Händler profitiert ebenfalls. Er nutzt einen zusätzlichen Vertriebskanal, kommt an neue Kunden heran und erhält für die Abodauer einen Wertausgleich. Zudem spart er die Standkosten für das Fahrzeug, die bei ca. 20 – 35 Euro pro Tag liegen. Auto-Abos sind auch für Fuhrpark-Manager interessant, die ihren neuen Mitarbeitern während der Probezeit einen Firmenwagen stellen müssen. Genauso wie für Autofahrer die nur zeitweise ein Fahrzeug benötigen, egal ob beruflich (Saisonarbeiter, Monatspendler) oder privat (Rentner, Rad- und Motorradfahrer).

Plattform bietet zurzeit 600 – 700 Autos von mehr als 20 zum Teil namhaften Marken

ViveLaCar wurde vor einem Jahr gegründet, beschäftigt heute 26 Mitarbeiter. Mehr als 100 autorisierte Händler an rund 300 Standorten befüttern die Plattform mit 600 – 700 Autos von mehr als 20 zum Teil namhaften Marken. Eigenen Angaben zufolge werden zurzeit rund 20 Abos pro Tag abgeschlossen. Abonnenten müssen mindestens 21 Jahre alt und drei Jahre im Besitz des Führerscheins sein. Startpreis bis Ende 2019: 99 Euro.