Kfz-Mechatroniker: Pimp my Car

Kfz-InnungHHAzubis08.08.19
Start-up-Event. Immer kurz nach dem Ausbildungsstart lädt die Kfz-Innung Hamburg die gewerblichen Berufseinsteiger zur offiziellen Begrüßung ins Berufsbildungszentrum in die Billstr. 41 ein; Foto: Kfz-Innung

Wer kann heutzutage sein Auto noch selbst reparieren? Eben, keiner! Deswegen war früher nicht alles besser aber spürbar anders. Dies trifft ganz speziell auf die Autobranche zu, die sich durch die Digitalisierung massiv verändert und vor enormen Herausforderungen steht. Gut abzulesen ist dieser Wandel auch am Berufsbild des Kfz-Mechatronikers. Eigentlich ein ziemlich cooler Job. Die Ausbildung dafür ist allerdings komplex, die Perspektiven sind jedoch rosig und dennoch wird es immer schwerer, junge Menschen für diese interessante Arbeit zu begeistern.

Hamburger Kfz-Gewerbe mit erfreulichem Plus: Ausbildungsstart für rund 320 Azubis

Nicht so in Hamburg, nicht so beim traditionellen Ausbildungsstart Anfang August 2019. Denn: Die Kfz-Innung verzeichnet bis zu 20 Prozent mehr Mechatroniker-Azubis als im Vorjahr, weil Hamburgs Autohäuser in 2019 rund 320 Einsteigern alleine im gewerblichen Bereich eine Ausbildung ermöglichen. Peter Ullrich, Abteilungsleiter Ausbildung & Technik bei der Innung des Kfz-Handwerks in Hamburg: „Die signifikant höheren Ausbildungszahlen 2019 im Kfz-Handwerk zeigen, dass das Kfz-Gewerbe in dieser Stadt aktuell mit hohem Engagement ausbildet.“

Kfz-Mechatroniker in Hamburg nach wie vor beliebtester Ausbildungsberuf

Nicht ohne Grund. Denn der Auto-Handel sucht händeringend qualifiziertes Personal. Ullrich: „Der Fachkräfte-Mangel ist seit geraumer Zeit auch im Kfz-Handwerk deutlich zu spüren, obwohl der Kfz-Mechatroniker in der Hansestadt weiterhin der beliebteste Ausbildungsberuf ist.“ Und weiter: „Zudem sind die Aussichten nach wie vor sehr günstig, insbesondere auch im Hinblick auf die Fortbildung zum Kfz-Technikermeister. Mit dieser Qualifikation können geeignete Absolventen z. B. Betriebs- oder Werkstattleiter werden, selbst ausbilden oder sich mit einem Kfz-Betrieb selbstständig machen.“

Rosige Perspektiven, sehr gute Karrierechancen und Entwicklungsaussichten

Schon deshalb sollte „Pimp my Car“ in Zeiten von Instagram, Facebook und Co. eigentlich voll den Nerv der Jugend treffen, tut es oftmals aber nicht! Denn bevor es richtig losgeht müssen die jungen Stifte mächtig ranklotzen. Motto: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. Da scheint „irgendwas mit Autos“ schnell seinen Glanz zu verlieren. Bereits die Lehre (3,5 Jahre) ist äußerst vielschichtig. Gefragt sind hochqualifizierte Spezialisten. Im Prinzip ein ITler mit Schraubenschlüssel und Werkzeugkoffer!

Gefragt sind hochqualifizierte Spezialisten, Klischee vom Schrauber längst passé

Das Klischee vom ölverschmierten Schrauber passt längst nicht mehr ins Bild moderner Werkstätten. „Natürlich hat ein Kfz-Mechatroniker weiterhin mit Mechanik und Montieren zu tun, denn Reifen, Bremsen und Karosserie sind ja nach wie vor feste Bestandteile eines jeden Autos“, räumt Ullrich ein. Doch der Ausbildungsexperte weiter: „Heute musst Du eben auch vielschichtiges Fachwissen in IT und Elektronik mitbringen beziehungsweise erlernen.“ Gezielte Nachwuchsförderung ist inzwischen das A und O in nahezu jedem Hamburger Autohaus. Und auch deswegen sind schon jetzt Bewerbung für 2020 willkommen.