Der Prelude ist zurück. Honda wagt mit seiner vielbeachteten Neuauflage das Undenkbare: kein SUV, keine Vernunft, sondern ein neues Sportcoupé! Technisch passt der Honda-Hybrid wunderbar zum Zeitgeist und überrascht noch mehr mit seinem dynamischen Antrieb. Motto: Agil und emotional, statt spröde und gemächlich.

Es gibt tatsächlich doch noch ein Auto-Leben neben dem omnipräsenten SUV. Dafür sorgt der frisch eingeführte Honda Prelude. Die Neuauflage ist ein echtes Statement und bringt ein Gefühl zurück, das beinahe komplett in Vergessenheit geraten wäre.
Aber der Reihe nach. 25 Jahre lang war der Name Prelude aus den Preislisten verschwunden. Als Honda ihn im Herbst 2025 in Japan zurückbrachte, reagierte der Markt mit einer Wucht, die selbst den japanischen Autobauer überrascht haben dürfte: Rund 2.400 Bestellungen gingen im ersten Monat ein – achtzigmal mehr, als geplant.
Honda-Hybrid mit Herz: Prelude macht auf Sportwagen
Seit diesem Frühjahr ist das Coupé ab 49.500 Euro auch bei uns zu haben. Und schon von außen macht der Prelude unmissverständlich klar, dass er nicht einfach nur ein weiteres Auto sein will. 4,52 Meter Länge, zwei Türen, eine Dachlinie, die sich in einem Zug nach hinten zieht – Honda nennt das Designkonzept „Unlimited Glide“ und hat sich dabei tatsächlich an Segelflugzeugen orientiert. Man sieht es dem Fahrzeug an.
Bereits nach den ersten Metern wird klar: Der Prelude will nicht wie ein klassischer Benziner wirken, sondern vor allem leichtfüßig und sauber ansprechen. Unter der Haube wartet keine Sensation, sondern Bewährtes: der e:HEV-Vollhybrid aus dem Civic. Ein 2,0-Liter-Atkinson-Benziner im Zusammenspiel mit zwei Elektromotoren – 184 PS Systemleistung, 315 Newtonmeter.
184 PS, 315 Nm, ohne Stecker – trotzdem bis 130 km/h elektrisch unterwegs
Damit erledigt der flotte Japaner den Alltag angenehm unaufgeregt. Spannend und überraschend zugleich dabei: zumeist übernimmt der E-Motor den Vortrieb. Das sorgt für einen geschmeidigen Eindruck, der gut zum Charakter des Sportcoupés passt und auch noch Nachhaltigkeit und Effizienz betont. Erst wenn die Tachonadel jenseits von 130 km/h steht, schaltet sich der Vierzylinder-Benziner direkt in den Antrieb ein.

Noch spannender wird es, wenn man den rechten Fuß etwas entschlossener durchdrückt. Dann zeigt der Prelude, dass Honda dem Auto mehr als nur ein sparsames Triebwerk mitgegeben hat. Mit der sogenannten S+ Shift-Funktion haben die Honda-Entwickler dem stufenlosen Hybridantrieb ein virtuelles Achtgang-Getriebe eingepflanzt. Wer an den Schaltwippen zieht, bekommt Zwischengas beim Runterschalten und einen spürbaren Ruck beim Hochschalten – Gefühle, die es in einem Hybrid eigentlich nicht geben sollte. Es ist Illusion, klar. Aber eine sehr gut gemachte.
S+ Shift-Funktion simuliert virtuelles Achtgang-Getriebe
Auch das aus dem Civic Type R geerbte Fahrwerk folgt diesem Gedanken. Adaptive Dämpfer, Mehrlenker-Hinterachse und 19-Zoll-Räder – Zutaten, die man in diesem Preissegment nicht überall findet – geben dem Zweitürer eine erstaunlich erwachsene, straffe und zugleich kontrollierte Präsenz auf der Straße. Er lenkt präzise ein, bleibt sauber in der Spur und wirkt dabei deutlich dynamischer, als man es einem Hybrid-Coupé auf den ersten Blick zutrauen würde.
Damit wagt sich Honda in ein Segment, das kaum noch jemand betritt. BMW hat noch das 2er Coupé, Alpine ist da, mehr bleibt nicht übrig. Wo andere auf nackte Leistungswerte setzen, setzt der Prelude auf Fahrgefühl.
Kein SUV, kein Kompromiss – ein Sportcoupè
Natürlich ist der Viersitzer kein Raumwunder. Wer hinten Platz nehmen will, sollte klein sein oder kurze Strecken planen – der Fond ist eng, das ist dem Konzept geschuldet, kein Kompromiss aus Versehen. Vier Fahrmodi – Comfort, GT, Sport, Individual – verändern den Charakter des Wagens deutlich. Vor allem der GT-Modus wurde nach Hondas Angaben gezielt auf ein dynamisches Fahrgefühl abgestimmt.

Am Ende der Testfahrt bleibt eine Erkenntnis, die man von einem Hybrid-Sportcoupé nicht unbedingt erwartet hätte: Der Prelude fühlt sich an, als wolle er etwas beweisen. Mit 5,2 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer und 117 Gramm CO2 pro Kilometer bleibt er dabei erstaunlich genügsam. Ein Auto, das sich nicht über Datenblätter definiert, sondern über das, was zwischen Start-Knopf und Parkplatz passiert – und das ist selten geworden.
Der neue Honda Prelude auf einen Blick:
– Segment: Sportcoupé
– Karosserie: zweitürig
– Fahrspaß: S+ Shift-Funktion simuliert virtuelles Achtgang-Getriebe
– Ausstattung: Adaptive Dämpfer, Mehrlenker-Hinterachse und 19-Zoll-Räder ab Werk
– Vortrieb: 2.0 i-MMD Hybrid mit 184 PS, 315 Nm, 0–100: 8,2 sek, Spitze: 188 km/h
– Preis: ab 49.500 Euro