Wegweisendes Wasserstoff-SUV

Hyundai Vorreiter bei Brennstoffzellen-Autos, Nexo bereits zweites Serienmodell

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Der neue Hyundai Nexo. Im Grunde ist das Kompakt-SUV (Länge: 4,67 Meter) nichts anderes als ein Elektroauto. Aber eines, das seinen Strom nicht an einer Ladestation abholt, sondern an Bord selbst produziert

Anschluss gesucht und vielleicht sogar gefunden. Mit dem neuen Nexo hat Hyundai jetzt ein cooles alltagstaugliches Wasserstoff-Auto mit Style auf die Straße gebracht. Reichweite (laut Hyundai bis zu 750 Kilometer) und Betankung fast so wie beim Verbrenner. Technik: fortschrittlich (Tot-Winkel-Kamera), Sicherheit: ausgezeichnet (Bestwertung bei EuroNCAP). Einzig der Preis (ab 69.000 Euro) ist noch recht happig, bei der innovativen Antriebstechnik jedoch nachvollziehbar. So könnte die Zukunft fahren.

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Dank der geschickten Anordnung Von Antrieb und Akku bietet der Nexo eine normale, ebene Kofferraumfläche mit 461 Liter

Mächtige Mittelkonsole ist die Kommandozentrale im Nexo-Cockpit

Einsteigen, anschnallen und erstmal staunen über die mächtige Mittelkonsole oder besser die Kommandozentrale. Schon das Fahrzeugöffnen über den Funkschlüssel ist ein Erlebnis – besonders wenn es dunkel ist. Ein Bling-Bling-Lichterband an der Front und kräftige Heckleuchten machen die Nacht zum Tage, während die versenkbaren Türgriffe geschmeidig ausfahren. Ist indes erstmal der Startknopf gedrückt, geht die digitale Lightshow auf Instrumenten-Display und Multimedia-Monitor richtig los.

Display zeigt nächste Wasserstoff-Tankstelle samt Adresse und Entfernung an

Gleich ins digitale Blickfeld fällt die große, anschauliche Reichweiten-Anzeige, die auch bei etlichen Kurzstrecken erstaunlich langsam abnimmt. Sehr praktisch und beruhigend: die nächstliegende Wasserstoff-Tankstelle wird samt Adresse und Entfernung auch ständig mit angezeigt. Zurück zur monströsen Mittelkonsole. Den üblichen Automatikschalter sucht man dort vergebens, geschaltet wird über Tasten im Kontrollzentrum. Eigentlich ganz einfach und gar nicht so unpraktisch.

Automatikeinstellungen erfolgen über Tastenschaltung auf der Mittelkonsole

Der Tankvorgang an einer Wasserstoff-Zapfsäule ist mit rund fünf Minuten kaum länger als üblich

Kaum ist der Blinker gesetzt, folgt die nächste Überraschung. Fast zeitgleich springt die Instrumentenanzeige um und zeigt im Bewegtbild, was im Totenwinkel des Kompakt-SUV so alles läuft und kreucht. Eine wirklich wegweisende Technik, verbaut in den beiden Außenspiegeln, die so bisher noch nirgendwo im Einsatz ist und gewiss ein Muss ganz besonders für Truck und Co. werden sollte.

Innovativer Tot-Winkel-Assistent schaltet sich beim Blinken mit Bewegtbild ein

Der lautlose Start ist zackig, das Drehmoment von 395 Newtonmetern jederzeit und unmittelbar am Gaspedal. 163 PS (120 kW) wuchten das 1,9 Tonnen schwere Wasserstoff-SUV scheinbar mühelos von der Stelle. Der spurt auf Tempo 100 gelingt in 9,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt ansehnliche 179 km/h. Säuselnd schnell über die Autobahn und aus dem Endrohr verpufft nur Wasserdampf.

Hyundai leistet bereits seit rund 20 Jahren Pionierarbeit in puncto Brennstoffzelle

Am Ziel angekommen, macht der Nexo dann doch noch hin und wieder ein paar Geräusche. Ein kurzes schüchternes Rauschen, ein kleines Durchpusten, dann ist wieder Stille. Fazit: Über Wasser gehen können die Koreaner zwar auch nicht, aber Autos mit Wasserstoffantrieb bauen schon. Während gerade die deutschen Hersteller noch nicht so richtig aus dem Knick kommen, leistet der fünftgrößte Autobauer der Welt bereits seit rund 20 Jahren Pionierarbeit auf dem Gebiet der Brennstoffzellentechnik. Und: Mit dem Nexo haben die fleißigen Asiaten nach dem ix35 bereits ihr zweites Fuel-Cell-Serienmodell auf den Markt gebracht. Motto: Innen sauber, außen rein.

Handling des Wasserstoff-Autos kommt dem eines Verbrenners ziemlich nahe

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Der neue Hyundai Nexo. Im Grunde ist das Kompakt-SUV (Länge: 4,67 Meter) nichts anderes als ein Elektroauto. Aber eines, das seinen Strom nicht an einer Ladestation abholt, sondern an Bord selbst produziert

Was aber unterscheidet das Wasserstoff- von einem Elektro-Auto und warum ist es so innovativ? Weil das Handling dem eines Verbrenners (Benzin, Diesel) im Prinzip ziemlich nahe kommt. Die Reichweite des Nexo beträgt laut Hersteller bis zu 750 km. Das Tanken geht in rund fünf Minuten von statten – auch nicht viel länger als bisher. Bis 2019 soll es bereits rund 100 Wasserstoff-Tankstellen im deutschen Verkehrsnetz geben. Die Umrüstung der Zapfsäulen wäre vergleichsweise einfach und könnte in die bestehende Infrastruktur integriert werden. Steckdose und Ladekabel entfallen. Beim Nexo entsteht der Strom direkt an Bord.

Nexo produziert den Strom direkt an Bord und hat keinen Schadstoffausstoß

Produziert wird er von eben einer Brennstoffzelle und einem E-Motor. Leistung: 163 PS. Hinzu kommen eine Hochvoltbatterie (Kapazität:1,56 kW) und drei Wasserstofftanks (Volumen: 156,6 Liter). Das kleine Kraftwerk unter der Haube gewinnt im Zusammenspiel der einzelnen Komponenten aus Wasserstoff elektrische Energie, die für den Vortrieb des Nexo genutzt wird. Folge: Es gibt weder Rußpartikel noch Feinstaub, nicht einmal Kohlendioxid-Emissionen werden frei. Einzig Wasserdampf fällt an. Ach ja, beim Fahren merkt man davon nichts und beim aktuellen Euro-NCAP-Sicherheitstest hat der Hyundai Nexo mit fünf Sternen die Höchstwertung erhalten. Einzig der Preis ist mit 69.000 Euro noch ziemlich spannend. Aber: Innovative Technik hat halt ihren Preis.

Der neue Hyundai Nexo auf einen Blick:

  • Wegweisendes Wasserstoff-Auto
  • Hyundais zweites Brennstoffzellen-Serienmodell
  • Bei Reichweite und Betankung einem Verbrenner nahezu gleich
  • Kompakt-SUV mit modischem Design und fortschrittlicher Technik
  • Innovativer Tot-Winkel-Assistent mit Bewegtbildkamera
  • Fünfsitzer produziert Betriebsstrom selbst an Bord
  • Höchstwertung bei Euro-NCAP-Crashtest
  • Preis: ab 69.000 Euro

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